Neues von Jessy und Lissy
Das Hundeleben mit so einem Wildfang ist wirklich richtig anstrengend. Oft schon musste ich mich über Jessy ärgern, die mich hier und da frech am Bein zupft oder einfach stört, wenn ich gerade einer Duftspur folgend im Boden buddel. Wie ein Wirbelwind pflügt sie dann durch den Acker und versucht vor mir die Maus o. Ä. zu erwischen. Ich versuch ja schon geraume Zeit meiner Besitzerin Frau Putz zu erklären, dass dieser junge Flegel eine strenge Hand braucht. Immer und immer wieder rüttelte ich am Schuh, als Jessy sich wieder komplett daneben benahm. Irgendwie verstand sie das allerdings falsch, hab ich so das Gefühl. Denn kaum hatte sie es scheinbar begriffen und dieser ungezogene Rüpel wurde unter meiner Schadenfreude in eine Hundeschule gesteckt, da dauerte es nicht lang, da fingen die Menschen an, auch diese Erzieherei bei mir zu versuchen. Für meine Begriffe brauch ich das ja mal überhaupt nicht! Schließlich bin ich, Lissy, ja wohl die (selbsternannte) Herrin auf dem Hof, da werd´ ICH Erziehung brauchen! Doch meine anfängliche Entrüstung darüber, dass ich für ein Leckerli auch noch WAS TUN muss, wich schnell, als ich bemerkte, dass schon kleine Sachen wie „Sitz“ belohnt wurden. Ich geb es ja nicht gern zu, aber es fing tatsächlich an Spaß zu machen! Die Menschen nennen es Grundgehorsam, was sie uns beizubringen versuchen. Darin sind sie wirklich unermütlich und es ist schlichtweg lustig, wenn 3 Leute hinter mir her brüllen und mit dem Mini-Leckerli winken. Also da müssen sie schon bisschen mehr drauflegen, aber soweit hab ich sie mir schon erzogen. Auf jeden Fall absolvieren Jessy und ich bald eine Prüfung als Begleithunde. Anscheinend haben wir das Zeug dazu. Zumindest funktioniert der Grundgehorsam ganz gut… ok, sagen wir so: mit mehr oder minder großem Erfolg. Aber ich muss besser sein als Jessy, denn die Hundetrainerin wollte sogar das Geld an Frau Putz zurück geben… Wieso alle dann so gelacht haben, hab ich bis heut noch nicht verstanden.
Inka
Jessy
Gnadenhof Chiemgau e. V.
